Super-16 für HD: Konkretere IRT-Richtlinien
| 20. Dezember 2011 | Veröffentlicht von admin unter Berichte |
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Das Institut für Rundfunktechnik hat seine Technischen Richtlinien HDTV zur Herstellung von Fernsehproduktionen für ARD, ZDF und ORF mit Stand Oktober 2011 gegenüber der Fassung Oktober 2010 aktualisiert. Das betrifft auch die Akquisition auf Super-16-mm-Film (Seite 17), wobei die neue Fassung sehr präziser als die alte ist. Den Grund dafür spiegelt vielleicht gleich zu Anfang eine winzige Änderung im Text: So werden nun die sich mit S16mm-Film ergebenden Qualitätsprobleme in der HD-Prozesskette nicht mehr als „Einzelfall“ wie in den (alten) Richtlinien 2010 sondern mit „häufig“ bezeichnet, was wahrscheinlich die deutlichere Konkretisierung der Richtlinien zur Folge hatte.
Vor allem das Filmkorn scheint bei Verwendung von Super-16 stärker zu stören, vielleicht fällt es auch heute im Gegensatz zu den rein elektronisch erzeugten HD-Bildern mehr auf. Die Sehgewohnheiten des Publikums verlangen möglichst rauschfreie Bilder, heißt es nun sehr diplomatisch. Tatsächlich wird auch explizit darauf hingewiesen, dass Filmkorn bei einer nachfolgenden Codierung mit einer hohen Kompression störende Artefakte ergibt, die deutlich qualitätsmindernd wirken. Auf der anderen Seite wird aber ebenso darauf hingewiesen, dass moderne Filmemulsionen große Dynamikspielräume (der Bereich liegt für den Film derzeit bei 16 Blenden) bietet, wenn eine für eine HD-Abtastung optimale Belichtung des Filmmaterials gewählt wird. Deshalb sollten die Dichtewerte konkret zwischen einer Minimaldichte von 0,25±0,1 und einer Maximaldichte von unter 2,75 liegen. Denn insbesondere bei Unterbelichtung ergibt sich ein erhöhtes Filmkorn und dadurch stärkeres Rauschen in den dunklen Bildanteilen. Auch zum so genannten Degraining gibt es nun Hinweise. Es sollte einerseits bei Verwendung von Super-16 grundsätzlich angewandt werden, um die Sichtbarkeit des Filmkorns zusätzlich zu reduzieren. Allerdings geht Degraining natürlich immer mit einem Schärfeverlust einher, so dass man dieses Instrument wie es heißt „nur sehr maßvoll“ einsetzen sollte. Auch um das Degraining so gering wie möglich zu halten, sollte das Filmmaterial stets mit der empfohlenen Empfindlichkeit belichtet werden, ohne forcierte Entwicklung oder Vorbelichtung. Auf die Nennung einer konkreten Maximalempfindlichkeit des Filmmaterials von 100 ASA, wie das noch bei der Fassung 2010 vorgesehen war, wurde in der neuen Fassung verzichtet.
Objektive, die für die reine Filmaufnahme auf Super-16 entwickelt wurden, sind für den HD-Einsatz meist nicht optimal, was die erreichbare Modulationsübertragung (MTF) und die chromatische Aberration (Rot-Blau-Saum bei starken Kontrasten) anbelangt. Es sollten deshalb HD-optimierte Objektive benutzt werden, wie sie auch bei elektronischen HD-Kameras zum Einsatz kommen.
Wie sehr man sich beim Einsatz von Super-16 an den Grenzen der HD-Übertragung bewegt, macht der wie auch in der Fassung von 2010 bereits vorhandene Text deutlich, dass nämlich für eine HD-Auswertung die Endfertigung einer S16mm-Produktion in jedem Fall in HD erfolgen muss! Eine Abtastung oder Postproduktion in SD führt bei der Konvertierung nach HD in keinem Fall zu akzeptablen Ergebnissen. Und noch mal extra ganz deutlich: Eine SD-Postproduktion macht die Ergebnisse für HD-Ausstrahlung von S16mm-Film „unbrauchbar“.
N. Bolewski
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